Retropatellararthrose

11 07 2011

Retropatellararthrose – das ist die Diagnose mit der mich mein Orthopäde letzte Woche überrascht hat.
Seit Mai plagen mich Schmerzen im und ums Knie. Den Schmerz zu lokalisieren, war nicht so leicht. Mal war es die Innenseite, mal die Aussenseite, mal spürte ich ihn mehr in der Kniekehle, mal saß er direkt auf der Kniescheibe. Die Schmerzen waren typischerweise nicht heftig. Laufen ging eigentlich immer, zumal die Probleme nicht immer auftraten und wenn sie auftraten waren sie auch nach ein paar hundert Metern wieder vorbei.
Aber im Mai wurde ich ein wenig nervös und ging zum Arzt. Der konnte allerdings nichts feststellen. Meniskus und Bänder schienen keinen direkten Schaden zu haben und er schickte mich mit einem Entzündungshemmer nach Hause. Ein paar Wochen später musste dann aber ich einen Lauf abbrechen, weil die Schmerzen unerträglich waren. Zurück beim Arzt wurde mir eine Kernspin-Aufnahme verordnet. Fünf Wochen musste ich den Termin warten. In der Zwischenzeit habe ich mein Laufpensum auf ein paar Kilometer die Woche heruntergeschraubt. Zu gross war meine Angst, ich könnte etwas ‘kaputt’ machen. Die Teilnahme an den 4Trails konnte ich damit dann auch vergessen. Ich muss zugeben, dass war keine leichte Entscheidung. All die Monate Vorbereitung, all die Kilometer, die ich seit Januar gelaufen bin, all die Stunden, die ich unterwegs war, sollten nun umsonst gewesen sein. Aber das Risiko war zu gross, einen möglichen Schaden zu verschlimmern.
Letzte Woche hatte ich dann endlich meinen Termin in der Röhre. Am Freitag bekam ich die Ergebnisse:
Retropatellararthrose, ein geschädigter Knorpel unter der Kniescheibe, der nun bei jeder Bewegung ‘scheuert’ und damit einen Reizzustand auslöst. (Die Ärzte mögen mir verzeihen, aber ich habe es entweder nicht besser verstanden oder kann es nicht besser erklären.)
Leider gibt es wohl nicht viel, was man dagegen tun kann. Eine OP hielt mein Arzt für nicht vielversprechend. Bewegung sei gut für das Knie, aber nur in Maßen. Laufen wäre OK, aber nicht mehr als ein paar Kilometer die Woche. Und schon gar nicht bergauf oder bergab.

Ich habe jetzt das Wochenende damit zugebracht, mich mit dem Gedanken anzufreunden, nicht mehr laufen zu dürfen. Gelungen ist es mir noch nicht wirklich. Das Internet ist voll mit ähnlichen Krankheitsgeschichten, aber geholfen haben die mir auch nicht.

Im August habe ich einen Termin bei einem Spezialisten, um eine zweite Meinung einzuholen. Ich glaube nicht, dass er eine andere Diagnose stellen wird, aber ich hoffe doch, dass seine Empfehlung ein wenig anders aussehen wird.





Schneewalzer und Trail Running

6 06 2011

Zwei Wochen ist er schon wieder her, der Rennsteig-Marathon. Hier kommt meine Zusammenfassung:

Samstag, 21. Mai 2011
2 Uhr

Mein Wecker klingelt. Eigentlich hätte ich ihn nicht stellen müssen. Lag ich doch schon eine gefühlte Ewigkeit wach. Dank feierfreudiger Nachbarn war an Schlaf nicht wirklich zu denken gewesen. Aber hatte ich nicht gerade letzte Woche erst noch gelesen, dass es nicht die letzte Nacht vor einem Wettkampf ist, auf die es ankommt, sondern die vorletzte Nacht? Gut, zumindest in der vorletzten Nacht hatte ich genügend geschlafen. Ich bin auch jetzt nicht wirklich müde, aber Kaffee muss jetzt trotzdem sein.

3 Uhr
Ich steige ins Auto und verharre für einen Moment. ‘Warum tue ich mir das an?’ Vor mir liegen 3-4 Stunden Autofahrt (google und mein Navigationssystem scheinen sich nicht ganz einig zu sein) nach Neuhaus am Rennweg. Ich gebe zu, dass sich meine Aufregung in Grenzen hält.

3:30 Uhr
Vielleicht sollte ich doch noch einen Kaffee zu mir nehmen?

6:30 Uhr
Ankunft in Neuhaus am Rennweg. Hier ist ja nichts los. Dafür das in nicht ganz drei Stunden 3000 Läufer an den Start gehen sollen sieht alles ganz verschlafen aus. Bin ich hier überhaupt richtig? Ach ja, da sind ja schon einige Schilder zur Anmeldung.

6:40 Uhr
Ich habe meine Startunterlagen und, fast genauso wichtig, einen gelben Beutel für meine Wechselklamotten. Der Rennsteig-Marathon ist ein Punkt-zu-Punkt-Lauf. Man packt also seine Sachen, die man am Zielort gerne hätte in diese Säcke, schreibt seine Nummer drauf und lässt sie dann in den Zielbereich transportieren.
Ich schaue mich noch ein wenig um. So langsam kommt Leben in den Startbereich, aber nach 3000 Läufern sieht es immer noch nicht aus. Wo gibt es denn hier Kaffee?

7:00 Uhr
Ich habe mich ins Auto zurückgezogen für ein zweites Frühstück. Pb&J Sandwiches sind mein absolutes Lieblingsfrühstück, zumindest vor einem Rennen.

7:30 Uhr
Es regnet. Na toll. Meiner Stimmung tut dies nicht gerade gut. In den Autos um mich herum wird man wach. Anscheinend haben nicht wenige die Nacht in ihren Autos campiert. Hm, keine schlechte Idee fürs nächste Jahr. So schnell wie der Regen gekommen ist, so schnell verzieht er sich auch wieder. Das könnte ja doch noch ein netter Tag werden.

8:00 Uhr
Hat da einer der Parkplatzcamper sein Radio zu laut gestellt? Ich höre ganz schlechte Volksmusik. Nein, es ist nicht einer der Camper: auf dem Startplatz hat sich eine Blaskapelle eingefunden und dazu knödeln ein Marianne-und-Michael-Verschnitt Volkslieder. Das ist jetzt ein Witz, oder? Wie sich herausstellt, ist dem nicht so.

8:30 Uhr
Mittlerweile finden sich immer mehr Läufer ein. Nachdem die Sonne vom Moderator begrüsst wurde (sic!), bittet er jetzt alle zum Schneewalzer. Ich komme mir vor wie in einer Episode ‘Twilight Zone’.

8:45 Uhr
Prominente Gäste begrüssen die Läufer. Zunächst die Landrätin, gefolgt von der Bürgermeisterin. Keine Ahnung, was in Neuhaus so politisch passiert, aber es macht den Eindruck, dass Landrätin und Bürgermeisterin sich nicht sonderlich mögen… Vielleicht bin ich aber auch noch nicht wirklich wach.

8:50 Uhr
Das Startareal ist gut gefüllt und jeder scheint in bester Stimmung zu sein. Aus irgendwelchen Gründen bin ich das nicht. Ich möchte diesen Lauf eigentlich nur hinter mich bringen.

9:00 Uhr
Start
Es dauert einige Minuten bis ich über die Startlinie trabe. Nach dem ersten ‘Anstieg’ hellt sich meine Stimmung auf. Meine Beine spielen mit, die Sonne scheint, es ist weder zu warm, noch zu kalt, und ich freue mich auf ein paar schöne Trails.

9:30 Uhr
Immer noch auf Asphalt unterwegs. Ich hätte die Beschreibung der Strecke genauer lesen sollen. Wann geht es denn jetzt auf die Trails?

9:40 Uhr
Ich komme durch die erste Verpflegungsstation. Und greife mir einen Becher Wasser. Oh man, da ist ja Kohlensäure drin… ‘Ne, stilles Wasser haben wir nicht.’, antwortet man mir als ich Nachfrage, ‘Aber Du kannst Cola haben…’ Ich lehne dankend ab und zwinge noch einen Becher Wasser runter.

9:43 Uhr
Ahh, endlich geht’s auf die Trails.

9:50 Uhr
Ich rechne ein wenig. Eigentlich hatte ich mir keine spezielle Zeit vorgenommen, hatte aber überschlagen, dass ich nach 5 bis 5.5 Stunden im Ziel sein sollte. Aber momentan sieht so aus, als würde ich unter fünf Stunden bleiben können.

10:15 Uhr
Die zweite Verpflegungsstation. Ich spare mir die Frage nach stillem Wasser und begnüge mich mit dem sprudelnden Wasser. Ich bin aber auch wirklich durstig. Ich hatte eigentlich gedacht, ich hätte die letzten Tage ausreichend getrunken. Aber irgendwie fühle ich mich ein wenig dehydriert.

10:20 Uhr
Hm, vielleicht könnte ich sogar unter 4:30 Stunden bleiben… Die Stimmung ist gut.

11:05 Uhr
Wir werden von lauter Schlagermusik am Masserberg empfangen. Ich bin der letzte, der bei Laufveranstaltungen eine ‘Samba’-Band an jeder Ecke braucht, aber die hiesige Musikuntermalung ist echt grenzwertig. Ich weiss ja, dass es diese Veranstaltung schon fast 40 Jahre gibt, aber muss man denn unbedingt die Musik von damals spielen?
Die Verpflegungsstation hier am Masserberg ist riesig
und es gibt alles, was das Herz begehrt (allerdings kein stilles Wasser). Soll ich den berühmten
‘Schleim’ probieren? Lieber nicht, es sind noch mehr als 20 Kilometer zu laufen. Keine Experimente.

11:10 Uhr
Es geht zum ersten Mal etwas steiler bergab und ich spüre eine Schmerz in meinem rechten grossen Zeh. Der Schuh scheint nicht richtig geschnürt zu sein und ich stosse ‘vorne’ an. Man, das hat mir jetzt noch gefehlt. Sollte dies der erste Lauf sein, bei dem ich einen Nagel einbüsse? Ich versuche ein wenig mit der Schnürung zu spielen, in der Hoffnung, dass es besser wird. Aber es geht auch schon bald wieder bergauf, und alles ist gut.

11:25 Uhr
Interessante Streckenführung. Eine Art ausgetrocknetes Bachbett oder Hohlweg. Technisch dies der bisher anspruchvollste Teil der Strecke. Immer wieder bilden Wurzeln und Steine Stufen über die man nur leicht stolpern kann. Es geht bergab und es würde sicherlich Spass machen, hier herunter zu wetzen, aber wir gehen. Es ist aber auch nicht genug Platz zum Überholen.
Vielleicht auch gut so, in meinem Übermut würde ich mir sicherlich noch die Ohren brechen.
Mal kurz nachgerechnet… 4:30 Stunden schaffe ich wohl doch nicht mehr… Das wären ja nur noch zwei Stunden…

11:50 Uhr
War das gerade Donner?

12:20 Uhr
Ja, da ist ganz eindeutig ein Gewitter in der Nähe. Es regnet jetzt. Nicht viel. So ein bisschen halt. Eigentlich eine ganz angenehme Abkühlung.

13:00 Uhr
Der Regen ist mehr geworden und so langsam macht es keinen Spass mehr. 10 Kilometer noch.

13:20 Uhr
Das Wasser steht bis zur Oberkante in meinen Schuhen. Hätte ich vielleicht doch zu den Goretex-Schuhen greifen sollen. Interessante Frage. Aber müßig.

13:35 Uhr
Letzte Verpflegungsstation. Es regnet in Strömen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so nass bei einem Lauf gewesen zu sein. Ich bin absolut genervt, die Stimmung ist zumindest bei mir auf dem Nullpunkt. Das kann man nicht von den Freiwilligen an der Verpflegungsstelle behaupten. Die sind wirklich gut drauf und haben ein freundliches Wort für jeden übrig. Und endlich läuft hier auch eine andere Hintergrundbeschallung. Aber für mich kommt das alles zu spät. Ich will wirklich nur noch nach Hause…

13:40 Uhr
Ich spüre, wie durch das ganze Wasser die Haut an meinen Füßen weich wird und sich so langsam lösen möchte.

13:45 Uhr
Hm, der Regen wird weniger. Noch einige wenige Kilometer bist ins Ziel. Vielleicht bin bis dahin wieder trocken. Meine Beine sind schwer und ich gehe ein Stück. Ein Zuschauer am Wegesrand spielt auf einem Akkordeon ‘Mein Vater war ein Wandersmann’. Na, vielen Dank dafür.

13:50 Uhr
In Schmiedefeld. Ein letzter Anstieg noch zum Stadion. Der Regen hat vollständig aufgehört, aber das hilft mir nicht mehr. Ich bin nass und müde.

13:55 Uhr
Im Ziel. Gierig greife ich nach einem Becher mit heissem Tee. Erst jetzt merke ich, dass ich wirklich durchgefroren bin. Ich schaue mich um. Trotz des Wetters haben einige tausend Menschen ins Stadion gefunden. Die Stimmung ist toll. Aber so richtig freuen kann ich mich nicht. Ich bin glücklich, dass ich meinen ersten Marathon (mit 43.5 Kilometern war es eigentlich sogar ein kleine Ultramarathon :) ) ‘gefinished’ habe, aber trotzdem ist mir nicht wirklich nach feiern zu mute.
Ich suche meine Tasche mit den Ersatzklamotten, ziehe mir etwas Trockendes über. Die Haut an meinen Füssen ist weiss und aufgequollen. Es gibt eine empfindliche Druckstellen, aber ansonsten bin ich glimpflich davon gekommen. Das war es dann für heute. Ich stelle mich in die Schlange der Menschen, die auf den Busschuttle nach Neuhaus warten.

16:00 Uhr
Zurück am Auto. Ich telefoniere mit meiner Frau, um sie wissen zu lassen, dass ich den Lauf überstanden habe und ich mich nun auf den Heimweg mache. Ich freue mich wirklich auf zu Hause.

17:30 Uhr
Ich stoppe an einer Raststätte, um mich ein wenig zu strecken. Nur mit Mühe schaffe ich aus dem Auto. Erst jetzt merke ich, dass meine Beine wirklich gelitten haben. Ich eiere also ein wenig über den Parkplatz, um den Blutkreislauf zu stimulieren. Man, was müssen die anderen Leute gedacht haben…

19:30 Uhr
Ich bin wieder zu Hause. Meine Kraft reicht noch gerade aus, um mich auf’s Sofa zu ziehen und von dort eine Pizza zu bestellen.

23:00 Uhr
Zeit, ins Bett zu gehen.

Sonntag, 22. Mai 2011
10:00 Uhr

Ich wache auf und muss erfreut feststellen, dass sich meine Beine gar nicht so schlecht anfühlen. Aber dennoch werde ich ein paar Ruhetage einlegen.

Fazit
Ich muss sicherlich noch etwas an meiner Leistung arbeiten. Es kann gut sein, dass ich die Langen Läufe in den letzten Monaten vernachlässigt habe und das rächt sich jetzt.

Die nächtliche Autofahrt war sicherlich nicht sehr hilfreich. Ich weiss aber nicht, ob ich mich frischer gefuehlt haette, wenn ich im Auto geschlafen haette.

Auch wenn es bei diesem Lauf regelmäßig Verpflegungsstationen gab, habe ich nicht ausreichend getrunken. Nächstes Mal sollte ich eine kleine Flasche mitbringen zur Reserve.

ULTRASports ist immer noch mein ‘Lieblingsgel’. Oder zumindest das Gel, mit dem ich am besten zurecht komme.

Der Rennsteig-Marathon ist ein toller Lauf. Die Strecke ist anspruchsvoll, aber sicher nicht zu anspruchsvoll. Eine schöne Mischung aus Trail- und Landschaftslauf. Die Organisation ist professionell und ausreichend. Man muss sich aber darauf einlassen, dass alles einen recht angestaubten Eindruck macht. Aber hey, dies ist ein Lauf mit langer Tradition. Er hat seine Fans und die wird er auch behalten. Ob ich nächstes Jahr noch einmal starte? Das ist gut möglich.





Birthday Trail

16 05 2011

Ich bin noch einen Bericht von meinem Birthday Trail schuldig. Geplant war der Lauf für den ersten Mai. 39 Kilometer durch den Plessewald und den Göttinger Wald sollten es werden. Statt einer Zielzeit hatte ich mir vorgenommen, den Lauf als langen Trainingslauf zu absolvieren, also bei geringer Intensität (70-75% max HR) zu laufen und mich nicht durch Zeitvorgaben unter Druck zu setzen.
Ich wollte zur Plesseburg, einem beliebten Ausflugsziel nahe Göttingens. Ich dachte, dass falls etwa schiefläuft, oder ich an Verpflegung aufstocken muss, bin ich dort richtig.
Was soll ich sagen? Es war ein wunderbarer Lauf. Ich hatte eine Menge Spass, musste mir aber auch eine Reihe verwunderter Blicke bierseliger Wanderer (1. Mai) gefallen lassen. Dies war also der erste von drei Milestones auf dem Weg zu den 4Trails. Quasi ein erster Test. Was habe ich gelernt?

  • Ich kann eine Strecke von ~40 Kilometern laufen und muss dafür nicht ans Äußerste gehen. Ich werte das einmal als erfolgreiches Grundlagentraining. Geholfen hat mir sicherlich auch mein ipod. Da ich alleine unterwegs war, wäre es sicherlich nach ein paar Stunden langweilig geworden. Ich habe ein paar nette (Lauf)Podcasts entdeckt, die mich zwischendurch sehr gut abgelenkt haben. Zu den Podcasts werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal etwas schreiben.
  • Mit meinem Trinkrucksack (XT Wings 5) war ich nicht ganz zufrieden. Ich ziehe Flaschen einer Trinkblase vor und bisher hatte er mir der XT gute Dienste erwiesen. Für diesen langen Lauf hatte ich zwei zusätzliche Flaschen an den Schultergurten befestigt. Diese waren nicht wirklich gut zu fixieren und machten den ganzen Rucksack eher instabil. Da werde ich noch ein wenig experimentieren müssen.
  • Ich bin ganz gut mit meiner Verpflegung gefahren: Ultra Sports Gels und Powerbar Müsliriegel. Gerade die Müsliriegel haben es mir angetan. Ich hatte die ‘Sweet & Salty’-Variante mit im Gepäck und war nach ein paar Stunden froh, nicht nur diesen süßen Glibber zu mir nehmen zu müssen.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich einen super 1. Mai hatte. Das erste Etappenziel ist erreicht. Am kommenden Wochenende geht es nach Neuhaus zum Rennsteig Marathon. Ich bin schon gespannt, wie ich mich dort schlagen werde.
Hier noch ein kleines Bild der Strecke:

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Höhenmeter

29 04 2011

Keine zehn Wochen mehr bis zu den 4Trails. So langsam mache ich mir Gedanken. Habe ich meine Zeit bisher sinnvoll genutzt? Was mache ich in der verbleibenden Zeit? Kann ich mir das wirklich zutrauen?
Leider sind die Tage, an denen ich an dem Projekt 4Trails zweifle, (noch) in der Mehrheit. Aber vielleicht ist das auch eine gute Ausgangssituation. Zumindest kann ich mir nicht vorwerfen, ich würde die 4Trails auf die leichte Schulter nehmen.
Also wie werde ich die nächsten Monate gestalten? Den größten Respekt habe ich vor den Höhenmetern. Ich weiss, dass ich noch einiges tun muss, um fit für die 160 Kilometer zu sein, aber die Distanz schreckt mich nicht so sehr. Es sind die Höhenmeter, die mir Sorgen bereiten. Die Göttinger Berge sind nun nicht gerade vergleichbar mit den Alpen. 400-500 Höhenmeter kommen auf meinen Hausrunden von 15-20 km zusammen. Nicht wirklich viel, aber ein Anfang. Ich werde wohl häufiger Abstecher in den Harz machen müssen. Dazu werde ich meine Aufenthalte in der Schweiz nutzen, um ein wenig ‘Alpenfeeling’ zu bekommen. Ganz nebenbei müssen dann noch die Wochenkilometer hochgeschraubt werden. 100 Kilometer habe ich mir als ‘Höhepunkt’ vorgenommen. Viel mehr wird nicht drinsitzen.
Bis zu den 4Trails habe ich mir drei Milestones gesetzt:

  • Geburtstags-Trail: Am 1. Mai stehen 39 Trailkilometer auf dem Trainingsplan. Es wird weniger um Höhenmeter als mehr um Zeit, Distanz und Test von Material und Verpflegung gehen. Der Lauf wird dann den Langen Lauf in der Woche ersetzen.
  • Rennsteig-Marathon: Drei Wochen später stehe ich am Start des Rennsteig-Marathons. Ein weiterer langer Trainingslauf, diesmal unter Wettkampfbedingungen und mit mehr Höhenmetern.
  • Trail des Bosses: Im Juni soll dann ein letzter Test anstehen. Beim Trail des Bosses geht es über 38km und 1800 Höhenmeter durchs Jura-Gebirge. Die Bedingungen sollten ähnlich sein, wie bei den 4Trails. Einziger Unterschied wird die Höhe sein. Nach diesem Lauf sollte ich noch genügend Zeit fürs Tapering haben. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie ich an ein ärztliches Attest herankomme, das beim Trail des Bosses akzeptiert wird… Sollte ich dafür einen französischen aufsuchen müssen?

Sehr viel mehr kann ich nicht machen. Jetzt bin ich einmal gespannt, was ich von der Planung umsetzen kann…





Salomon Trailrun Worldmaster abgesagt

12 04 2011

Das war gestern schon ein Hammer, als über verschiedene Kanäle die Nachricht verbreitet wurde, dass die Salomon Trailrun Worldmaster 2011 abgesagt worden sind. Ich muss zugeben, ich dachte zunächst an einen schlechten, verspäteten Aprilscherz. Aber dem war leider nicht so.
Zur Begründung heißt es, die bisher registrierte Teilnehmerzahl sei zu gering. Das erscheint sieben Monate vor dem eigentlichen Ereignis doch recht fadenscheinig. Noch vor ein paar Monaten hatte man das ursprüngliche Konzept über den Haufen geworfen und einen der drei Läufe gestrichen, in der Hoffnung, damit mehr Interessenten zu locken. Aber hatte man wirklich geglaubt, dass mit einer solchen Änderung von heute auf morgen die Teilnehmerzahlen in die Höhe schnellen? Mich würde einmal interessieren, wie viele potentielle Teilnehmer durch die Verkürzung abgeschreckt worden sind.
Wäre man nicht besser gefahren, eine gestaffelte Registrierung anzubieten, also Läufer zu belohnen, die sich früh anmelden? Hätte man es nicht besser zulassen sollen, auch Registrierungen für einzelne Tage zu erlauben?
Alles spekulieren hilft nicht. Die Entscheidung, so sonderbar sie zu diesem Zeitpunkt scheint, ist gefallen. Schade, sehr schade.





Gestern beim Langen Lauf…

10 04 2011

Gestern Abend beim Langen Lauf sind die folgenden Bilder entstanden, die ich nicht vorenthalten wollte. Das war einer dieser Läufe, bei dem alles stimmte.

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Ich habe das auch gleich einmal zum Anlass genommen, ein bisschen mit dem Design des Blogs zu spielen.





Durchhänger

9 04 2011

Nun sind schon wieder mehr als drei Wochen seit dem Halbmarathon in Steinfurt und fast vier Wochen seit meinem letzten Eintrag vergangen. Zeit für ein kurzes Update. Zwei Ereignisse scheinen mir erwähnenswert:

Zum Einen habe ich nun einen vollständigen Gesundheitscheck durchlaufen und neben Internist sind auch Pullmologe und Kardiologe vollauf mit mir und meinem Zustand zufrieden. Es stimmt, dass ich einen leicht erhöhten Blutdruck habe, aber die Medikamentenkeule wollte man noch nicht schwingen. Ich solle es lieber mit weniger Salz und mehr Hibiskustee versuchen. Des weiteren soll ich den Blutdruck einfach einmal im Auge behalten, um ein Gefühl zu entwickeln, wie sich der sich so über längere Zeiträume verhält. Als Physiker bin ich ja Freund von Zahlen und Statistiken. Warum also nicht auch den Blutdruck regelmäßig protokollieren? Meiner Läuferkarriere soll der Blutdruck, zumindest zum derzeitigen Stand, nicht im Wege stehen. Das war für mich das ersehnte ‘Go Ahead’ für den Rest der Laufsaison, und ich werde mich mit ruhigem Gewissen bei den 4Trails anmelden.

Ja, und dann war da ja noch der Steinfurt-(Halb-)Marathon. Wie auch im letzten Jahr war der Lauf eine schöne Veranstaltung. Kurz zur Erinnerung: In Steinfurt bin ich 2010 meinen zweiten Halbmarathon gelaufen. Der Lauf ist als Staffel organisiert. Während die Marathonläufer den Rundkurs zwei Mal durchlaufen müssen, kann man sich als Zweier-Team den Marathon teilen. Wie auch im letzten Jahr stand ich mit Guido am Start. Hier ein kurzer Beweis, dass das Wetter auch schon Ende März perfekt war:
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Die Bedingung waren nahezu perfekt. Nicht zu warm und nicht zu kalt, kaum Wind. Es stimmte eigentlich alles. Guido ging als erster auf die Strecke. Ich hatte also noch ein wenig Zeit, mich umzuschauen und ein wenig von der Stimmung anzustecken.
Für diejenigen, die den Lauf in Steinfurt nicht kennen, dies ist ein reiner Landschaftslauf. Zu 95% geht es über kleine Feldwege durch die Bauernschaften von Steinfurt. Natürlich kann man da keine grosse Zuschauerkulisse erwarten. Deshalb weiß ich auch nicht, warum der eine oder andere Läufer sich über die geringe Zuschauerbeteiligung beschwert hat. Man, dies ist nicht Hamburg oder Berlin. Aber jedem das seine.

Guido kam kurz nach Mittag ins Ziel. Fürs nächste Mal sollten wir uns merken, VORHER die Chip-Übergabe zu üben :) Und dann ging ich auf die Strecke. Schnell wurde mir klar, dass irgendetwas nicht stimmte. Ich hatte mich vor dem Start gut gefühlt. Ich hätte schwören können, ich war erholt und fit. Aber auf den ersten Kilometern schien ich nicht von der Stelle zu kommen. Ich versuchte mich, zu beruhigen. Ich kenne mich mittlerweile und weiß, dass es bei mir 20-30 Minuten dauert, bis alles ‘rund läuft’. Aber dieses Mal war es anderes. Die Beine wollten partout nicht mitspielen. Mit jedem weiteren Kilometer rückte meine Wunschzeit weiter in die Ferne. Enttäuschung und Ärger machte sich breit. All die Einheiten, die ich in den letzten Monaten absolviert hatte, schienen umsonst. Ich konnte mich nicht wirklich an dem schönen Wetter und der Landschaft erfreuen. Bei Kilometer 10 spielte ich kurz mit dem Gedanken, aufzugeben, verwarf ihn dann aber schnell wieder. So ein Blödsinn. Es gab keinen Grund aufzugeben. Immerhin konnte ich mich noch bewegen.
Die zweite Hälfte des Rennens entwickelte sich dann zu einem Kampf. Ich hatte keinen Spass mehr, aber ich wollte mir auch nicht die Blöße geben und das Handtuch schmeissen. Ich habe mich wirklich ins Ziel gequält. Wie sich herausstellte, war meine Zeit am Ende gar nicht so schlecht. Nicht das, was ich erhofft hatte, aber ich hatte keinen Grund, mich zu beschweren.
Trotzdem war etwas anders. Irgendwie hatte Steinfurt in mir einen Schalter umgelegt. Zum ersten Mal in zwei Jahren, in denen ich jetzt regelmäßig laufe, war mir Freude am Laufen abhanden gekommen. Ich war zu tiefst geschockt. Das sollte sich auch die folgenden Wochen nicht ändern. Ich musste ich mich selbst zum Laufen zwingen.

Ich will auch gar nicht lange philosophieren und ich weiß nicht, was passiert ist. Aber seit letzter Woche fühle ich mich besser. Sehr viel besser. Die Unterstützung, die ich von meinen Lauffreunden auf dailymile erfahren habe, war sehr hilfreich. Ein paar Wochen ohne strikten Trainingsplan haben sicherlich ebenfalls geholfen. Ich bin hauptsächlich auf Trails unterwegs und versuche, die Straße zu vermeiden. Meinen Trainingsplan habe ich von fünf kürzeren auf vier längere Läufe zusammengestrichen. Ich freue mich auf den Sommer und die Läufe, die in den nächsten Monaten anstehen. Ich bin froh, dass dieser Durchhänger wirklich nur eine Phase war. Gut zu wissen, dass auch so etwas vorüber geht. Und ich weiß auch, dass ich nächstes Jahr wieder in Steinfurt am Start stehen werde :)








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