Durchhänger

9 04 2011

Nun sind schon wieder mehr als drei Wochen seit dem Halbmarathon in Steinfurt und fast vier Wochen seit meinem letzten Eintrag vergangen. Zeit für ein kurzes Update. Zwei Ereignisse scheinen mir erwähnenswert:

Zum Einen habe ich nun einen vollständigen Gesundheitscheck durchlaufen und neben Internist sind auch Pullmologe und Kardiologe vollauf mit mir und meinem Zustand zufrieden. Es stimmt, dass ich einen leicht erhöhten Blutdruck habe, aber die Medikamentenkeule wollte man noch nicht schwingen. Ich solle es lieber mit weniger Salz und mehr Hibiskustee versuchen. Des weiteren soll ich den Blutdruck einfach einmal im Auge behalten, um ein Gefühl zu entwickeln, wie sich der sich so über längere Zeiträume verhält. Als Physiker bin ich ja Freund von Zahlen und Statistiken. Warum also nicht auch den Blutdruck regelmäßig protokollieren? Meiner Läuferkarriere soll der Blutdruck, zumindest zum derzeitigen Stand, nicht im Wege stehen. Das war für mich das ersehnte ‘Go Ahead’ für den Rest der Laufsaison, und ich werde mich mit ruhigem Gewissen bei den 4Trails anmelden.

Ja, und dann war da ja noch der Steinfurt-(Halb-)Marathon. Wie auch im letzten Jahr war der Lauf eine schöne Veranstaltung. Kurz zur Erinnerung: In Steinfurt bin ich 2010 meinen zweiten Halbmarathon gelaufen. Der Lauf ist als Staffel organisiert. Während die Marathonläufer den Rundkurs zwei Mal durchlaufen müssen, kann man sich als Zweier-Team den Marathon teilen. Wie auch im letzten Jahr stand ich mit Guido am Start. Hier ein kurzer Beweis, dass das Wetter auch schon Ende März perfekt war:
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Die Bedingung waren nahezu perfekt. Nicht zu warm und nicht zu kalt, kaum Wind. Es stimmte eigentlich alles. Guido ging als erster auf die Strecke. Ich hatte also noch ein wenig Zeit, mich umzuschauen und ein wenig von der Stimmung anzustecken.
Für diejenigen, die den Lauf in Steinfurt nicht kennen, dies ist ein reiner Landschaftslauf. Zu 95% geht es über kleine Feldwege durch die Bauernschaften von Steinfurt. Natürlich kann man da keine grosse Zuschauerkulisse erwarten. Deshalb weiß ich auch nicht, warum der eine oder andere Läufer sich über die geringe Zuschauerbeteiligung beschwert hat. Man, dies ist nicht Hamburg oder Berlin. Aber jedem das seine.

Guido kam kurz nach Mittag ins Ziel. Fürs nächste Mal sollten wir uns merken, VORHER die Chip-Übergabe zu üben :) Und dann ging ich auf die Strecke. Schnell wurde mir klar, dass irgendetwas nicht stimmte. Ich hatte mich vor dem Start gut gefühlt. Ich hätte schwören können, ich war erholt und fit. Aber auf den ersten Kilometern schien ich nicht von der Stelle zu kommen. Ich versuchte mich, zu beruhigen. Ich kenne mich mittlerweile und weiß, dass es bei mir 20-30 Minuten dauert, bis alles ‘rund läuft’. Aber dieses Mal war es anderes. Die Beine wollten partout nicht mitspielen. Mit jedem weiteren Kilometer rückte meine Wunschzeit weiter in die Ferne. Enttäuschung und Ärger machte sich breit. All die Einheiten, die ich in den letzten Monaten absolviert hatte, schienen umsonst. Ich konnte mich nicht wirklich an dem schönen Wetter und der Landschaft erfreuen. Bei Kilometer 10 spielte ich kurz mit dem Gedanken, aufzugeben, verwarf ihn dann aber schnell wieder. So ein Blödsinn. Es gab keinen Grund aufzugeben. Immerhin konnte ich mich noch bewegen.
Die zweite Hälfte des Rennens entwickelte sich dann zu einem Kampf. Ich hatte keinen Spass mehr, aber ich wollte mir auch nicht die Blöße geben und das Handtuch schmeissen. Ich habe mich wirklich ins Ziel gequält. Wie sich herausstellte, war meine Zeit am Ende gar nicht so schlecht. Nicht das, was ich erhofft hatte, aber ich hatte keinen Grund, mich zu beschweren.
Trotzdem war etwas anders. Irgendwie hatte Steinfurt in mir einen Schalter umgelegt. Zum ersten Mal in zwei Jahren, in denen ich jetzt regelmäßig laufe, war mir Freude am Laufen abhanden gekommen. Ich war zu tiefst geschockt. Das sollte sich auch die folgenden Wochen nicht ändern. Ich musste ich mich selbst zum Laufen zwingen.

Ich will auch gar nicht lange philosophieren und ich weiß nicht, was passiert ist. Aber seit letzter Woche fühle ich mich besser. Sehr viel besser. Die Unterstützung, die ich von meinen Lauffreunden auf dailymile erfahren habe, war sehr hilfreich. Ein paar Wochen ohne strikten Trainingsplan haben sicherlich ebenfalls geholfen. Ich bin hauptsächlich auf Trails unterwegs und versuche, die Straße zu vermeiden. Meinen Trainingsplan habe ich von fünf kürzeren auf vier längere Läufe zusammengestrichen. Ich freue mich auf den Sommer und die Läufe, die in den nächsten Monaten anstehen. Ich bin froh, dass dieser Durchhänger wirklich nur eine Phase war. Gut zu wissen, dass auch so etwas vorüber geht. Und ich weiß auch, dass ich nächstes Jahr wieder in Steinfurt am Start stehen werde :)





Check-up

15 03 2011

Endlich habe ich es geschafft, einen Termin beim Doc zu ergattern. Es kam in den letzten Wochen immer wieder etwas dazwischen. Erblich vorbelastet, versuche ich zumindest einmal im Jahr meinen Blutdruck testen zulassen. In den letzten Jahren habe ich dies dann auch immer zum Anlass genommen, einen Rundum-Check-up durchführen zu lassen.
Ich muss zugeben, dass ich nicht gerne zum Arzt gehe. Nur wenn es gar nicht anderes geht, schleppe ich mich dorthin. Bei diesen Routine-Check-ups kommt dann noch die bange Frage hinzu, ob der Doc etwas finden wird, was meinem sportlichen Treiben ein Ende setzen würde. Diese Ängste sind natürlich blödsinnig. Denn selbst wenn der Arzt etwas findet, ist dies zunächst einmal nicht das Ende der Welt und eher Glück im Unglück. Denn wäre es nicht viel schlimmer, nicht zum Arzt zu gehen, eine mögliche Erkrankung zu übersehen und die Statistik derjenigen, die bei einem Lauf zusammenklappen, zu erhöhen. Nichtsdestotrotz, kein schönes Gefühl.
Um es kurz zu machen, die Laborwerte sehen alle gut aus (“Für einen Mann in ihrem Alter haben sie super Blutwerte!”), Blutdruck war OK, oder zumindest im Rahmen, sollte aber durch einen 24-Stunden-Test noch einmal über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Einen solchen Blutdruckmonitor habe ich heute umgeschnallt bekommen. Alle 15 Minuten pumpt er eine Armmanschette auf und bestimmt meinen Blutdruck. Dazu führe ich im Halbstunden-Takt Buch über meine Aktivitäten. Auch wenn die Apparatur kaum etwas wiegt und eigentlich nur das Pumpengeräusch nervt, muss ich heute aufs Laufen verzichten. Naja, am Sonntag bin ich in Steinfurt zum HM. Verbuche ich den den heutigen Tag als Tapering.
Der Belastungstest beim Doc erwies sich als gar nicht so einfach. Auf dem Fahrrad musste ich feststellen, dass ich wohl ein wenig an meinen Beinen arbeiten muss. Die waren nämlich recht schnell ermüdet, während mein Puls noch gemütlich vor sich hin dümpelte. Laut dem Doc ist das auf der einen Seite erst einmal gar nicht so schlecht und zeigt eine gewisse Fitness, aber lässt keine Rückschlüsse auf meinen Blutdruck bei höheren Belastungen zu. In zehn Tagen muss ich dann noch einmal beim Kardiologen vorsprechen. Der soll dann das Belastungs-EKG wiederholen, diesmal auf dem Laufband. Und weil der Doc gerade gut drauf war hat er mich dann auch noch zum Pneumologen überwiesen. Bis spätestens Ende März sollte ich dann ganz exakt wissen, wie es um meine Fitness bestellt ist.








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