Göttinger Crosslauf-Serie, Lauf 1

22 11 2010

Die Pläne fürs nächste Jahr werden konkreter. 4 Trails steht nun ganz oben auf meiner Wunschliste. Aber dazu später mehr.

Dies war die erste Woche seit den Worldmasters mit einigen Läufen, die wieder etwas umfangreicher und intensiver waren. Vielleicht noch etwas zu früh, wie mir auch meine Beine zu verstehen geben wollten. Die hätten sich über eine weitere Ruhewoche gefreut. Aber ich wollte am Samstag beim ersten Lauf der Göttinger Crosslauf-Serie starten und ich war nicht wild auf eine böse Überraschung. Ein wenig mehr als drei Stunden war ich unter der Woche unterwegs. Meine Oberschenkel haben am lautesten rebelliert. Komische Sache, wenn der Kopf laufen möchte, aber die Beine auf ihr Recht auf Ruhe pochen. Na ja, ich glaube, ich habe es nicht übertrieben und meinen Erholungsprozess wenn überhaupt nur verlangsamt.

Am Samstag war ich dann zu meinem ersten Crosslauf. Die LG Göttingen organisiert in den nächsten zwei Monaten eine Serie von drei Crossläufen und ich dachte mir, ich könnte mich ein wenig von neuen Strecken inspirieren lassen, oder zumindest ein paar Läufer in Göttingen kennenlernen.
Ich hatte mich für die 10k Strecke gemeldet. Im Wäldchen hinter dem Uni-Sportzentrum war ein Rundkurs abgesteckt worden. Sechs Mal musste die leicht profilierte Strecke durchlaufen werden (So viel zu ‘neue Strecken entdecken’). Eine Tatsache, der ich bei der Anmeldung nicht all zu viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte.
Das Wetter war kühl, aber nicht kalt und der Boden war feucht aber nicht schlammig. Das nasse Laub sorgte dennoch für einige brenzlige Szenen. Ich hatte meine Speedcross 2 im Gepäck und diese Entscheidung habe ich später nicht bereut (Dieser Schuh ist gerade mein absoluter Lieblingsschuh!!!).
Die ganze Veranstaltung hatte einen sehr heimeligen Charakter. Jeder schien jeden zu kennen und es hatte etwas von einer Familienfeier. Zugegeben, ich fühlte mich ein wenig fehl am Platz.
Neben dem 10k gab es zwei Schülerläufe (900 und 1800m) sowie einen 5k. Mit mir waren ungefähr 40 weitere Läufer für die Langstrecke gemeldet. Startschuss war um 15:00 Uhr und schon nach relativ kurzer Zeit lief ich dem Feld hinterher. Man, die waren hier alle ziemlich fix unterwegs und ich realisierte so langsam, was es bedeutet, sechs Mal durch dasselbe Unterholz zu hetzen. Nach nur einem Kilometer machte dann auch noch meine Garmin dicht. Anscheinend war der Speicher voll. War mir noch nie passiert und ich konnte das Problem auch nicht an Ort und Stelle aus der Welt schaffen. Von da an hieß es also ‘nackt laufen’, auf den Körper hören und einmal schauen, wie man ohne technischen Schnickschnack über die Runden kommt (im wahrsten Sinne des Wortes).
Das ging dann auch besser als erwartet, aber der Statistiker in mir trauerte den verlorenen Zahlen für die Auswertung schon nach. Zumindest hing im Start/Zielbereich eine Uhr und ich konnte dort sehen, dass meine Rundenzeiten relativ konstant waren.
Während der dritten Runde wurde ich dann auch das erste Mal von Läufern überrundet. Und man kann sich noch so häufig einreden, man läuft nicht gegen die anderen, sondern gegen die Zeit, überrundet zu werden macht keinen Spass! Meine Stimmung erreichte dann einen absoluten Tiefpunkt, als ich von einem der Läufer mit einem Crosscheck rüde aus dem Weg befördert wurde. Nicht, dass ich den Laufweg versperrte: Natürlich habe ich jedes Mal bereitwillig Platz gemacht, wenn jemand hinter mir auftauchte. Aber das war meinem speziellen Freund wohl nicht genug, der musste mir dann im Vorbeilaufen noch einen Stoß in den Rücken versetzen. Na vielen Dank! Was soll das denn? Ist das erlaubt beim Crosslauf? Oder ist das so Sitte in der Provinz? Es gibt ja noch nicht einmal etwas zu gewinnen. Ich war ob der Unsportlichkeit echt absolut von der Rolle. Aber Jammern nützte nichts. Der Typ war über alle Berge und ich konnte seine Nummer nicht erkennen. Wenn mein Puls bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht am Limit war, so war er es spätestens nach dem unnötigen Foul.
Man, war ich sauer. Und ich könnte mich auch jetzt noch in Rage reden.
Ich habe dann meine letzten Runden eher trotzig abgespult konnte und konnte mich im Ziel über eine Zeit von 54 Minuten freuen. Da ich so ziemlich als Letzter ins Ziel trudelte, war auch kaum noch jemand von den anderen Läufern da. Ganz zu schweigen von meinem ‘Freund’.
Der nächste Lauf der Serie findet in knapp drei Wochen im Göttinger Wald statt. Und ich werde wieder dabei sein. Das wird dann der letzte Wettbewerb für dieses Jahr. Es reicht dann auch.

Zeit, sich Gedanken über das nächste Jahr zu machen. Eigentlich wollte ich ja 2011 mein Marathon-Debut nachholen, das dieses Jahr ausfallen musste. Aber nach sorgfältiger Abwägung, habe ich mich dagegen entschieden. Irgendwann werde ich bestimmt einmal einen Marathon in Angriff nehmen, aber momentan fehlt mir dafür die Begeisterung. Und eine Marathon-Vorbereitung ist zu aufwendig, als das man den Lauf nur halbherzig angeht.
Nach den Erfahrungen vom Keep-On-Running und den Worldmasters möchte mich in der Zukunft lieber auf das Trailrunning konzentrieren. Aber welche Wettkämpfe kommen in Frage und welche lohnen sich? (Die Dezemberausgabe vom Trail-Magazin wird eine Übersicht bringen. Ich bin schon sehr gespannt.) Es hat dann noch ein paar Tage gedauert, bis ich mich entschieden hatte, nächstes Jahr im Juli bei den 4 Trails anzutreten. Der Jens und die Iris sind ebenfalls mit von der Partie (Ohne die beiden wäre mir die Entscheidung schwerer gefallen…). Vier Läufe in vier Tagen. 160km mit 11000 Höhenmetern. Die nackten Zahlen klingen erst einmal abschreckend, aber es ist noch mehr als ein halbes Jahr Zeit. Im Januar soll die Vorbereitung beginnen. Bis dahin werde ich mich auf die Suche nach passenden Trainingsplänen machen (Tipps und Vorschläge in den Kommentaren oder direkt per email.). Ich freue mich schon auf die neue Saison.


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