Höhenmeter

29 04 2011

Keine zehn Wochen mehr bis zu den 4Trails. So langsam mache ich mir Gedanken. Habe ich meine Zeit bisher sinnvoll genutzt? Was mache ich in der verbleibenden Zeit? Kann ich mir das wirklich zutrauen?
Leider sind die Tage, an denen ich an dem Projekt 4Trails zweifle, (noch) in der Mehrheit. Aber vielleicht ist das auch eine gute Ausgangssituation. Zumindest kann ich mir nicht vorwerfen, ich würde die 4Trails auf die leichte Schulter nehmen.
Also wie werde ich die nächsten Monate gestalten? Den größten Respekt habe ich vor den Höhenmetern. Ich weiss, dass ich noch einiges tun muss, um fit für die 160 Kilometer zu sein, aber die Distanz schreckt mich nicht so sehr. Es sind die Höhenmeter, die mir Sorgen bereiten. Die Göttinger Berge sind nun nicht gerade vergleichbar mit den Alpen. 400-500 Höhenmeter kommen auf meinen Hausrunden von 15-20 km zusammen. Nicht wirklich viel, aber ein Anfang. Ich werde wohl häufiger Abstecher in den Harz machen müssen. Dazu werde ich meine Aufenthalte in der Schweiz nutzen, um ein wenig ‘Alpenfeeling’ zu bekommen. Ganz nebenbei müssen dann noch die Wochenkilometer hochgeschraubt werden. 100 Kilometer habe ich mir als ‘Höhepunkt’ vorgenommen. Viel mehr wird nicht drinsitzen.
Bis zu den 4Trails habe ich mir drei Milestones gesetzt:

  • Geburtstags-Trail: Am 1. Mai stehen 39 Trailkilometer auf dem Trainingsplan. Es wird weniger um Höhenmeter als mehr um Zeit, Distanz und Test von Material und Verpflegung gehen. Der Lauf wird dann den Langen Lauf in der Woche ersetzen.
  • Rennsteig-Marathon: Drei Wochen später stehe ich am Start des Rennsteig-Marathons. Ein weiterer langer Trainingslauf, diesmal unter Wettkampfbedingungen und mit mehr Höhenmetern.
  • Trail des Bosses: Im Juni soll dann ein letzter Test anstehen. Beim Trail des Bosses geht es über 38km und 1800 Höhenmeter durchs Jura-Gebirge. Die Bedingungen sollten ähnlich sein, wie bei den 4Trails. Einziger Unterschied wird die Höhe sein. Nach diesem Lauf sollte ich noch genügend Zeit fürs Tapering haben. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie ich an ein ärztliches Attest herankomme, das beim Trail des Bosses akzeptiert wird… Sollte ich dafür einen französischen aufsuchen müssen?

Sehr viel mehr kann ich nicht machen. Jetzt bin ich einmal gespannt, was ich von der Planung umsetzen kann…





Laufkalender 2011

10 01 2011

Auch wenn das neue Jahr schon wieder zehn Tage alt ist, wünsche ich Euch allen ein frohes neues Jahr! Ich hoffe, es sind alle gut ‘rein gekommen.
Seit letzter Woche bin ich zurück im Büro und der Weihnachtsurlaub scheint in so weiter Ferne zu liegen, dass man meint, er habe gar nicht statt gefunden. Es ist doch immer wieder dasselbe! Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Noch unglaublicher finde ich es aber, wie schnell man die über das Jahr mühsam abtrainierten Pfunde wieder auf den Rippen hat. Man, ich dachte meine Waage ist kaputt… Also auf ein Neues.
Während der letzten Wochen hatte ich endlich ausreichend Zeit, mir Gedanken über mein Laufjahr 2011 zu machen. Nachdem ich letztes Jahr eher wahllos an Laufveranstaltungen teilgenommen habe, soll/muss es dieses Jahr ein wenig geplanter zugehen, zumal die Umfänge steigen sollen und das Training dementsprechend auch längerfristig geplant sein will. Also hier ist eine vorläufige Liste von Veranstaltungen, bei denen ich diesesJahr am Start stehen will:

Januar
Im Januar sind keine Laufveranstaltungen geplant. Zwar wollte ich zunächst beim dritten Lauf zur Göttingen Cross-Serie teilnehmen, aber den habe ich ausfallen lassen. Irgendwie passte er nicht mehr so in meine Planung.
Stattdessen geht es im Januar zum Arzt. Nicht weil es mir schlecht geht, aber ich will mich trotzdem einmal durchchecken lassen. Das Jahr wird lang und ich möchte sicherstellen, dass ich zumindest die körperlichen Voraussetzungen mitbringe, um es Gesund zu überstehen. Bevor ich nicht das OK vom Doc habe, werde ich keine Anmeldungen für Laufveranstaltungen ausfüllen.

März
Am 20.3. werde ich zusammen mit Guido beim Steinfurt Marathon starten. Wir werden als Staffel antreten, so dass jeder von uns einen Halbmarathon läuft. Das hat letztes Jahr sehr viel Spass gemacht und soll auch dieses Jahr den Saisonauftakt symbolisieren. Der Lauf ist sicherlich eine gute Standortbestimmung nach einem, wie es aussieht, langen Winter 🙂 Erklärtes Ziel für Steinfurt ist eine bessere HM-Zeit. Mal schauen, was drinsitzt.

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April
Ich will ja dieses Jahr eigentlich verstärkt Trails laufen. Wenn man sich umschaut, gibt es da eine lange Liste von entsprechenden Veranstaltungen im In- und Ausland. Zunächst hatte ich gedacht, dass ich bei der Harzquerung im April dabei sein sollte, aber nachdem man mir vom Hermannslauf in höchsten Tönen vorgeschwärmt hat, habe ich mich für diesen entschieden. Zumal er gar nicht mal so weit von meiner Westfälischen Heimat stattfindet, und quasi ein Heimspiel für mich ist.

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Geburstags-Trail
Im April habe ich Geburtstag. Normalerweise feiere ich meine Geburtstage nicht ausgiebig. Dieses Jahr möchte ich meinen Geburtstag auf eine besondere Art ‘begehen’: Ich werde einen Geburtstagslauf von 39km Länge machen (Ja, einen Kilometer für jedes Jahr.). Und nachdem ich jetzt einige Zeit über dieser Idee gebrütet habe, denke ich mir, dass der Lauf vielleicht auch für andere Läufer interessant sein könnte. Deshalb lade ich herzlichst dazu ein, mich zu begleiten.
Die Strecke steht noch nicht ganz fest, aber es wird ein 39km Trail durch den Göttinger Wald werden. Mittlerweile kenne ich eine Reihe interessanter Laufgebiete um Göttingen und ich schätze, es werden um die 700 Höhenmeter auf überwiegend Waldwegen und Single-Trails herauskommen. Sobald das Wetter es zulässt, werde ich mich aufs Mountainbike schwingen und die Strecke festlegen. Ach so, das Ganze soll am 30.4. stattfinden. Wer also an dem Wochenende noch nichts vor hat, und Lust auf einen gemütlichen Trail-Lauf im Süden Niedersachsen hat (Göttingen lässt sich wunderbar mit dem Zug erreichen) kann sich den Termin ja schon einmal vormerken. Mehr Details demnächst hier.

Juli
Der Höhepunkt der diesjährigen Laufsaison ist für den Juli geplant. Nach längeren Überlegungen habe ich mich entschieden, im Juli bei den 4Trails zu starten: 160km inkl. 10000 Höhenmetern in vier Etappen. Das wird happig, aber mit entsprechender Vorbereitung sollte es machbar sein. Bewusst habe ich mich dazu entschieden, im Mai und Juni an keinen Läufen teilzunehmen. Eigentlich wird das gesamte erste Halbjahr 2011 auf die 4Trails ausgerichtet sein. Neben entsprechenden Lauftraining, soll es vermehrt auch Kraft- und Koordinationstraining geben. Abgerundet soll das ganze dann werden durch Cross-Training auf dem Mountainbike. Das wird mein ersten Etappenlauf dieser Art sein. Falls Ihr also Tipps für einen solchen Lauf oder für die Vorbereitung auf einen solchen Lauft habt, nur her damit!. Ich habe einen riesigen Respekt vor der Veranstaltung, aber ich freue mich auf die Herausforderung!

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September
Ich bin mir sicher, dass wenn ich die 4Trails überstanden habe, ich ein paar Wochen Erholung brauche. Mein Wunsch wäre es, im September wieder fit zu sein. In den letzten beiden Jahren bin ich im September beim Run & Bike 4 Help-Halbmarathon angetreten, eine kleine aber feine Laufveranstaltung im Westen von Göttingen. Es gibt Gerüchte, dass die Benefizveranstaltung dieses Jahr nicht stattfinden wird. Das wäre wirklich schade. Ich hoffe, die Veranstalter finden Wege, dieses Event dennoch anzubieten.

Oktober
Eines der schönsten Laufspektakel, an dem ich bisher teilgenommen habe, war das Keep-On-Running in St. Wendel im letzten Jahr. Und so wie es aussieht, wird es auch dieses Jahr wieder stattfinden. Drei Tage, drei Läufe, knapp 60km in einer tollen Landschaft. Wo wird man denn sonst bei der Pasta-Party vom Bürgermeister persönlich bedient? Ich kann dieses absolut sympathische Event jedem nur wärmstens empfehlen. Das erste Oktoberwochenende ist zumindest in meinem Kalender rot angestrichen!

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November
Das Ende der diesjährigen Laufsaison wird im November von den Windstopper Trailrun Worldmasters in Dortmund markiert. Nach dem letzten Jahr ist klar, dass schon einiges passieren muss, damit ich dieses Jahr dort nicht laufen werde.

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Ja, das war er eigentlich, mein Laufkalender für 2011. Für meine Verhältnisse habe ich mir bestimmt viel vorgenommen, aber sicherlich nicht zu viel. Und wer weiss, vielleicht trifft man sich ja bei der einen oder anderen Veranstaltung.





Göttinger Crosslauf-Serie, Lauf 1

22 11 2010

Die Pläne fürs nächste Jahr werden konkreter. 4 Trails steht nun ganz oben auf meiner Wunschliste. Aber dazu später mehr.

Dies war die erste Woche seit den Worldmasters mit einigen Läufen, die wieder etwas umfangreicher und intensiver waren. Vielleicht noch etwas zu früh, wie mir auch meine Beine zu verstehen geben wollten. Die hätten sich über eine weitere Ruhewoche gefreut. Aber ich wollte am Samstag beim ersten Lauf der Göttinger Crosslauf-Serie starten und ich war nicht wild auf eine böse Überraschung. Ein wenig mehr als drei Stunden war ich unter der Woche unterwegs. Meine Oberschenkel haben am lautesten rebelliert. Komische Sache, wenn der Kopf laufen möchte, aber die Beine auf ihr Recht auf Ruhe pochen. Na ja, ich glaube, ich habe es nicht übertrieben und meinen Erholungsprozess wenn überhaupt nur verlangsamt.

Am Samstag war ich dann zu meinem ersten Crosslauf. Die LG Göttingen organisiert in den nächsten zwei Monaten eine Serie von drei Crossläufen und ich dachte mir, ich könnte mich ein wenig von neuen Strecken inspirieren lassen, oder zumindest ein paar Läufer in Göttingen kennenlernen.
Ich hatte mich für die 10k Strecke gemeldet. Im Wäldchen hinter dem Uni-Sportzentrum war ein Rundkurs abgesteckt worden. Sechs Mal musste die leicht profilierte Strecke durchlaufen werden (So viel zu ‘neue Strecken entdecken’). Eine Tatsache, der ich bei der Anmeldung nicht all zu viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte.
Das Wetter war kühl, aber nicht kalt und der Boden war feucht aber nicht schlammig. Das nasse Laub sorgte dennoch für einige brenzlige Szenen. Ich hatte meine Speedcross 2 im Gepäck und diese Entscheidung habe ich später nicht bereut (Dieser Schuh ist gerade mein absoluter Lieblingsschuh!!!).
Die ganze Veranstaltung hatte einen sehr heimeligen Charakter. Jeder schien jeden zu kennen und es hatte etwas von einer Familienfeier. Zugegeben, ich fühlte mich ein wenig fehl am Platz.
Neben dem 10k gab es zwei Schülerläufe (900 und 1800m) sowie einen 5k. Mit mir waren ungefähr 40 weitere Läufer für die Langstrecke gemeldet. Startschuss war um 15:00 Uhr und schon nach relativ kurzer Zeit lief ich dem Feld hinterher. Man, die waren hier alle ziemlich fix unterwegs und ich realisierte so langsam, was es bedeutet, sechs Mal durch dasselbe Unterholz zu hetzen. Nach nur einem Kilometer machte dann auch noch meine Garmin dicht. Anscheinend war der Speicher voll. War mir noch nie passiert und ich konnte das Problem auch nicht an Ort und Stelle aus der Welt schaffen. Von da an hieß es also ‘nackt laufen’, auf den Körper hören und einmal schauen, wie man ohne technischen Schnickschnack über die Runden kommt (im wahrsten Sinne des Wortes).
Das ging dann auch besser als erwartet, aber der Statistiker in mir trauerte den verlorenen Zahlen für die Auswertung schon nach. Zumindest hing im Start/Zielbereich eine Uhr und ich konnte dort sehen, dass meine Rundenzeiten relativ konstant waren.
Während der dritten Runde wurde ich dann auch das erste Mal von Läufern überrundet. Und man kann sich noch so häufig einreden, man läuft nicht gegen die anderen, sondern gegen die Zeit, überrundet zu werden macht keinen Spass! Meine Stimmung erreichte dann einen absoluten Tiefpunkt, als ich von einem der Läufer mit einem Crosscheck rüde aus dem Weg befördert wurde. Nicht, dass ich den Laufweg versperrte: Natürlich habe ich jedes Mal bereitwillig Platz gemacht, wenn jemand hinter mir auftauchte. Aber das war meinem speziellen Freund wohl nicht genug, der musste mir dann im Vorbeilaufen noch einen Stoß in den Rücken versetzen. Na vielen Dank! Was soll das denn? Ist das erlaubt beim Crosslauf? Oder ist das so Sitte in der Provinz? Es gibt ja noch nicht einmal etwas zu gewinnen. Ich war ob der Unsportlichkeit echt absolut von der Rolle. Aber Jammern nützte nichts. Der Typ war über alle Berge und ich konnte seine Nummer nicht erkennen. Wenn mein Puls bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht am Limit war, so war er es spätestens nach dem unnötigen Foul.
Man, war ich sauer. Und ich könnte mich auch jetzt noch in Rage reden.
Ich habe dann meine letzten Runden eher trotzig abgespult konnte und konnte mich im Ziel über eine Zeit von 54 Minuten freuen. Da ich so ziemlich als Letzter ins Ziel trudelte, war auch kaum noch jemand von den anderen Läufern da. Ganz zu schweigen von meinem ‘Freund’.
Der nächste Lauf der Serie findet in knapp drei Wochen im Göttinger Wald statt. Und ich werde wieder dabei sein. Das wird dann der letzte Wettbewerb für dieses Jahr. Es reicht dann auch.

Zeit, sich Gedanken über das nächste Jahr zu machen. Eigentlich wollte ich ja 2011 mein Marathon-Debut nachholen, das dieses Jahr ausfallen musste. Aber nach sorgfältiger Abwägung, habe ich mich dagegen entschieden. Irgendwann werde ich bestimmt einmal einen Marathon in Angriff nehmen, aber momentan fehlt mir dafür die Begeisterung. Und eine Marathon-Vorbereitung ist zu aufwendig, als das man den Lauf nur halbherzig angeht.
Nach den Erfahrungen vom Keep-On-Running und den Worldmasters möchte mich in der Zukunft lieber auf das Trailrunning konzentrieren. Aber welche Wettkämpfe kommen in Frage und welche lohnen sich? (Die Dezemberausgabe vom Trail-Magazin wird eine Übersicht bringen. Ich bin schon sehr gespannt.) Es hat dann noch ein paar Tage gedauert, bis ich mich entschieden hatte, nächstes Jahr im Juli bei den 4 Trails anzutreten. Der Jens und die Iris sind ebenfalls mit von der Partie (Ohne die beiden wäre mir die Entscheidung schwerer gefallen…). Vier Läufe in vier Tagen. 160km mit 11000 Höhenmetern. Die nackten Zahlen klingen erst einmal abschreckend, aber es ist noch mehr als ein halbes Jahr Zeit. Im Januar soll die Vorbereitung beginnen. Bis dahin werde ich mich auf die Suche nach passenden Trainingsplänen machen (Tipps und Vorschläge in den Kommentaren oder direkt per email.). Ich freue mich schon auf die neue Saison.