Retropatellararthrose

11 07 2011

Retropatellararthrose – das ist die Diagnose mit der mich mein Orthopäde letzte Woche überrascht hat.
Seit Mai plagen mich Schmerzen im und ums Knie. Den Schmerz zu lokalisieren, war nicht so leicht. Mal war es die Innenseite, mal die Aussenseite, mal spürte ich ihn mehr in der Kniekehle, mal saß er direkt auf der Kniescheibe. Die Schmerzen waren typischerweise nicht heftig. Laufen ging eigentlich immer, zumal die Probleme nicht immer auftraten und wenn sie auftraten waren sie auch nach ein paar hundert Metern wieder vorbei.
Aber im Mai wurde ich ein wenig nervös und ging zum Arzt. Der konnte allerdings nichts feststellen. Meniskus und Bänder schienen keinen direkten Schaden zu haben und er schickte mich mit einem Entzündungshemmer nach Hause. Ein paar Wochen später musste dann aber ich einen Lauf abbrechen, weil die Schmerzen unerträglich waren. Zurück beim Arzt wurde mir eine Kernspin-Aufnahme verordnet. Fünf Wochen musste ich den Termin warten. In der Zwischenzeit habe ich mein Laufpensum auf ein paar Kilometer die Woche heruntergeschraubt. Zu gross war meine Angst, ich könnte etwas ‘kaputt’ machen. Die Teilnahme an den 4Trails konnte ich damit dann auch vergessen. Ich muss zugeben, dass war keine leichte Entscheidung. All die Monate Vorbereitung, all die Kilometer, die ich seit Januar gelaufen bin, all die Stunden, die ich unterwegs war, sollten nun umsonst gewesen sein. Aber das Risiko war zu gross, einen möglichen Schaden zu verschlimmern.
Letzte Woche hatte ich dann endlich meinen Termin in der Röhre. Am Freitag bekam ich die Ergebnisse:
Retropatellararthrose, ein geschädigter Knorpel unter der Kniescheibe, der nun bei jeder Bewegung ‘scheuert’ und damit einen Reizzustand auslöst. (Die Ärzte mögen mir verzeihen, aber ich habe es entweder nicht besser verstanden oder kann es nicht besser erklären.)
Leider gibt es wohl nicht viel, was man dagegen tun kann. Eine OP hielt mein Arzt für nicht vielversprechend. Bewegung sei gut für das Knie, aber nur in Maßen. Laufen wäre OK, aber nicht mehr als ein paar Kilometer die Woche. Und schon gar nicht bergauf oder bergab.

Ich habe jetzt das Wochenende damit zugebracht, mich mit dem Gedanken anzufreunden, nicht mehr laufen zu dürfen. Gelungen ist es mir noch nicht wirklich. Das Internet ist voll mit ähnlichen Krankheitsgeschichten, aber geholfen haben die mir auch nicht.

Im August habe ich einen Termin bei einem Spezialisten, um eine zweite Meinung einzuholen. Ich glaube nicht, dass er eine andere Diagnose stellen wird, aber ich hoffe doch, dass seine Empfehlung ein wenig anders aussehen wird.